Bundesvoranschlag 2005: Hohes Defizit durch Steuerreform und steigende Transferausgaben (Federal Budget Draft for 2005)
WIFO-Monatsberichte, 2004, 77(11), S.807-824
 
Zusammen mit den Nachwirkungen der Konjunkturbelebungspakete, mit denen die Bundesregierung der Konjunkturschwäche der vergangenen drei Jahre aktiv gegensteuerte, erhöht die Steuerreform 2004/05 im Jahr 2005 das gesamtstaatliche Defizit auf 1,9% des BIP. Einnahmen- und Ausgabenquote des Bundes gehen gemäß dem Bundesvoranschlag 2005 zurück. Die Transferausgaben gewinnen neuerlich an Bedeutung. Die Steuerreform entlastet die Masseneinkommen, senkt die Steuereinnahmen des Bundes und akzentuiert das Gewicht der indirekten Steuern. Aufgrund der Ausgliederungsstrategie der letzten Jahre nimmt der Anteil der außerbudgetären Institutionen an Investitionen, Beschäftigung und Schuldenstand des Staates zu. Im Voranschlag 2005 werden erstmals Schritte in Richtung eines "Gender-Budgeting" (Analyse und Beseitigung geschlechtsspezifischer Disparitäten in den öffentlichen Haushalten) unternommen.
Forschungsbereich:Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik
Sprache:Deutsch

Federal Budget Draft for 2005
The budget proposal for 2005 is mainly characterised by the tax cuts effected by the 2004-05 tax reform. Together with the budgetary effects of the stimulus packages, which were introduced as a counter-measure to the weak economic growth during the past three years, they will increase the overall budget deficit to 1.9 percent of GDP. At the federal level, the budget deficit will reach 2.4 percent. Overall, the expansionary effect of the federal budget will be larger in 2005 than it has been in the preceding four-year period.