Externe Kosten der Landwirtschaft: Marktbasierte Instrumente und handelspolitische Flankierung einer Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik

Der Agrarsektor verursacht global wirksame Umweltschäden, deren Ausmaß seine ökonomische Wertschöpfung in vielen Regionen übersteigt. Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU, die auf Ordnungsrecht und Subventionen setzt, verfehlt viele Umweltziele. Der vorliegende Beitrag legt dar, wie marktbasierte Instrumente nach dem Verursacherprinzip – Agrarumweltabgaben und handelbare Zertifikate – externe Kosten der Landwirtschaft internalisieren könnten. Da unilaterale Maßnahmen der EU ohne handelspolitische Flankierung Produktions- und Emissionsverlagerungen in Drittländer (Leakage) zur Folge hätten, werden drei Optionen für einen Grenzausgleich im Agrarsektor untersucht: eine Erweiterung des bestehenden CO2-Grenz-ausgleichsmechanismus (CBAM) auf Agrargüter, ein Leakage Border Adjustment Mechanism (LBAM) sowie eine verbrauchsbasierte Abgabe auf emissionsintensive Güter. Durch die Kombination marktbasierter Instrumente mit einer geeigneten handelspolitischen Absicherung ließen sich Innovationsanreize erhöhen, der bürokratische Aufwand reduzieren und Umweltziele in vorhersehbarer Weise erreichen, ohne das internationale Handelssystem zu destabilisieren.