Arbeit neu denken: Impulse für Wachstum und Wohlstand

Jahresheft des Wissenschaftlichen Beirats der Stiftung Familienunternehmen

Das Jahresheft der Stiftung Familienunternehmen nimmt unter dem Titel "Arbeit neu denken" die zentralen Herausforderungen des Arbeitsmarkts in den Blick: demografisch bedingte Verknappung von Arbeitskräften, steigende Unsicherheit durch geopolitische Umbrüche, zunehmende Investitions- und Bürokratiebelastungen für Unternehmen sowie der strukturelle Wandel durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI). Aus mehreren Perspektiven wird untersucht, wie Wohlstand und Wachstum nachhaltig gesichert werden können und welche Rolle Arbeit als wirtschaftliche Grundlage, gesellschaftlicher Zusammenhalt und verfassungsrechtliches Entfaltungsprinzip spielt. Besonders wird ein strukturelles Defizit des europäischen Binnenmarkts herausgestellt: Trotz bestehender Arbeitnehmerfreizügigkeit bleibt die tatsächliche grenzüberschreitende Arbeitskräftemobilität in der EU gering. Hemmnisse liegen dabei weniger im formalen Recht als in praktischen Barrieren wie divergierenden Sozial- und Steuersystemen mit mangelnder Portabilität, komplexen Anerkennungsverfahren für Qualifikationen sowie knappen und teuren Wohnungsangeboten in wirtschaftlich dynamischen Regionen. Politische Optionen reichen von einem "Binnenmarkt für Talent" über verbesserte Portabilität sozialer Rechte bis zu Reformen, die Mobilität "vor Ort" erleichtern. Ergänzend zeigt der Beitrag zu KI, dass die Technologie Wachstums- und Produktivitätschancen bietet, zugleich jedoch einen erheblichen Strukturwandel auslöst, der Weiterbildung, Reorganisation und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen erfordert. Insgesamt betont das Heft, dass Reformen nötig sind, um Arbeitsmarktanpassung, Innovationsfähigkeit und soziale Balance miteinander in Einklang zu bringen.