ifo Konjunkturprognose Frühjahr 2026: Folgen des Iran-Krieges dämpfen Erholung

  • Timo Wollmershäuser
  • Stefan Ederer
  • Maximilian Fell
  • Friederike Fourné
  • Emilie Höslinger
  • Felicitas Koch
  • Max Lay
  • Robert Lehmann
  • Sebastian Link
  • Moritz Schasching
  • Tiphaine Wibault
  • Gerome Wolf
  • Lara Zarges

Die deutsche Wirtschaft hat Ende 2025 einen Erholungskurs eingeschlagen, der durch die zunehmend expansiv ausgerichtete Fiskalpolitik eingeleitet wurde. In diesem und im kommenden Jahr dürfte sich diese Erholung fortsetzen, wenngleich ihr die mit dem Beginn des Iran-Krieges kräftig gestiegenen Preise für Rohöl und Erdgas einen Dämpfer verpassen. Um der hohen Unsicherheit bezüglich des weiteren Verlaufs der Energiepreise angemessen Rechnung zu tragen, wurden für die vorliegende Prognose zwei Szenarien für einen möglichen Fortgang der deutschen und internationalen Konjunktur betrachtet. Während im Deeskalationsszenario mit einem schnellen Ende des Konflikts und nur vorübergehenden Anstiegen der Rohöl- und Erdgaspreise gerechnet wird, geht das Eskalationsszenario von einem deutlich längeren Konflikt mit einem schärferen und persistenteren Anstieg der Energiepreise aus. Im Deeskalationsszenario wird das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr voraussichtlich um 0,8 % und im kommenden Jahr um 1,2 % zunehmen. Damit wurde an der ifo Konjunkturprognose vom Winter 2025 festgehalten. Ohne den Energiepreisschock hätte sich allerdings eine leichte Aufwärtsrevision der Prognose für das laufende Jahr auf 1,0 % ergeben, da sich die Wirkungen der fiskalischen Maßnahmen im Verteidigungsbereich etwas schneller entfalten als ursprünglich erwartet. Demnach reduzieren die Folgen des Iran-Krieges das Wachstum im Deeskalationsszenario in diesem Jahr um 0,2 Prozentpunkte. Im Eskalationsszenario nehmen die konjunkturellen Belastungen spürbar zu und summieren sich in diesem und im kommenden Jahr auf 0,8 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorkriegsszenario. Mit einem Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes von nur noch 0,6 % bzw. 0,8 % in diesem und im kommenden Jahr setzt sich allerdings die Erholung im Prognosezeitraum, wenn auch in geringerem Tempo, fort.