
Gabriel Felbermayr wird "Wirtschaftsweiser"
"Die Berufung in den renommierten und traditionsreichen Sachverständigenrat ist eine große Ehre – nicht zuletzt, weil Deutschland als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt eine zentrale Rolle in Europa und darüber hinaus spielt", so Gabriel Felbermayr in einer ersten Stellungnahme. Die offizielle Ernennung erfolgt durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Über nationale Grenzen blicken und europäische Zusammenhänge mitdenken
"Das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung steht seit jeher für exzellente ökonomische Expertise und eine starke internationale Vernetzung. Gerade in Zeiten globaler Umbrüche ist es entscheidend, über nationale Grenzen hinauszublicken, europäische Zusammenhänge mitzudenken und evidenzbasierte Lösungen für nachhaltiges Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und sozialen Zusammenhalt zu entwickeln. Diesem Anspruch werde ich mich auch im Sachverständigenrat mit voller Überzeugung widmen", so der WIFO-Direktor. Schon bisher war Felbermayr im Wissenschaftlichen Beirat des deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie tätig – diese Mitgliedschaft wird nun ruhend gestellt.
Gabriel Felbermayr ist seit 1. Oktober 2021 Direktor des Österreichischen Institutes für Wirtschaftsforschung (WIFO) in Wien und Universitätsprofessor an der Wirtschaftsuniversität Wien (WU). Gabriel Felbermayr wurde im Juni 1976 in Steyr (Österreich) geboren. Nach Studien der Volkswirtschaftslehre und der Handelswissenschaften an der Johannes-Kepler-Universität Linz ging er an das Europäische Hochschulinstitut in Florenz, wo er mit Aufsätzen zu Wachstum in offenen Volkswirtschaften promoviert wurde. Von 2004 bis 2005 war er Associate Consultant bei McKinsey & Co. in Wien. Von 2005 bis 2008 war er Akademischer Rat an der Universität Tübingen, wo er sich im Fach Volkswirtschaftslehre habilitierte. Von 2009 bis 2010 hatte er einen Lehrstuhl für Internationale Wirtschaft an der Universität Hohenheim (Stuttgart) inne. Von 2010 bis 2019 leitete er das ifo Zentrum für internationale Wirtschaft an der Universität München, wo er auch als ordentlicher Professor für Internationale Wirtschaft tätig war. Von 2019 bis September 2021 führte er das Kiel Institut für Weltwirtschaft als Präsident. Gleichzeitig hatte er einen Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre insbesondere Wirtschaftspolitik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel inne. Felbermayr ist Vorsitzender des Statistikrates der Statistik Austria und Gründungspräsident des "Austria Supply Chain Intelligence Institute" (ASCII).
Seine Forschungs- und Beratungstätigkeit konzentriert sich auf Fragen der internationalen Handelstheorie und -politik, der Arbeitsmarktforschung, der europäischen Wirtschaftsintegration und auf aktuelle Themen der Wirtschaftspolitik. Er hat eine Vielzahl von Artikeln in internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften, in Policy Briefs und in Zeitungen veröffentlicht. Seine Forschung wurde mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet.
Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist ein Gremium der wirtschaftswissenschaftlichen Politikberatung. Der Sachverständigenrat wurde im Jahre 1963 gesetzlich mit dem Mandat eingerichtet, aus unabhängiger Expertensicht eine periodische Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland vorzulegen und damit zur Erleichterung der Urteilsbildung bei allen wirtschaftspolitisch verantwortlichen Instanzen sowie der Öffentlichkeit beizutragen.
Der Sachverständigenrat ist in seinem Beratungsauftrag unabhängig und hat eine transparente Arbeitsweise. Er stellt die wirtschaftliche Lage und deren absehbare Entwicklung dar und zeigt Fehlentwicklungen und Möglichkeiten zu deren Vermeidung oder Beseitigung auf. Dabei diskutiert er verschiedene Indikatoren der Wirtschaftsleistung, Lebensqualität und Nachhaltigkeit sowie politisch gesetzte Zielwerte. Zudem analysiert er den Fortschritt sowie die Chancen und Risiken der aktuellen Wirtschaftspolitik und zeigt mögliche Zielkonflikte auf. Seine Ausführungen und Konzeptionen sind ein wesentlicher Bestandteil der wirtschaftspolitischen Diskussion in Deutschland und haben die politische Entscheidungsfindung merklich beeinflusst.
