Veränderte Reaktionen der österreichischen Industrie auf chinesische Konkurrenz
Chinesische Konkurrenz ist von wesentlicher Bedeutung für österreichische Industrieunternehmen. Jedoch legen die Ergebnisse der in Kooperation mit dem Büro des Produktivitätsrates durchgeführten WIFO-Industriebefragung 2025 nahe, dass sich die Effekte chinesischer Konkurrenz auf österreichische Unternehmen in jüngerer Vergangenheit verändert haben. Eine rezente Studie des Büros des Produktivitätsrates zeigt, dass stark von Zuwächsen chinesischer Konkurrenz betroffene österreichische Unternehmen im Zeitraum 2013-2022 nicht intensiver Beschäftigung abbauten oder Verlagerungen von Unternehmensbereichen ins Ausland vollzogen als andere Unternehmen. Demgegenüber geben in der aktuellen Industriebefragung besonders von chinesischer Konkurrenz betroffene Unternehmen wesentlich häufiger an, im Zeitraum 2025-2030 Verlagerungen ins Ausland und einen Abbau von Beschäftigung (insbesondere Produktionsarbeitsplätze) in Österreich zu planen. Die österreichische Industrie scheint somit durch die Konkurrenz aus China am aktuellen Rand stärker unter Druck zu geraten. Im Umgang mit zunehmender chinesischer Konkurrenz streben österreichische Unternehmen vermehrt eine Strategie der Verbreiterung und Aufwertung des eigenen Produktportfolios an.