Thomas Url, Die volkswirtschaftliche Rolle von Investmentfonds und die Ertragschancen langfristiger Aktienveranlagungen

Monographien, November 2009, 45 Seiten
   
Österreichische Investmentfonds tragen nur 0,1% zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung bei, ihre die Finanzierungsleistung ist aber wesentlich bedeutender. Sie halten 5,7% an den Verpflichtungen des In- und Auslands (in Österreich) als Anlagevermögen. Die Finanzmarktturbulenzen seit Herbst 2008 werfen die Frage auf, ob Veranlagungen in ein Aktienportfolio bei langem Veranlagungshorizont sinnvoll sind? Aktien bieten einen höheren erwarteten Ertrag als Veranlagungen auf dem Geld- oder Anleihemarkt. In den letzten 40 Jahren betrug die in Euro umgerechnete nominelle erwartete Rendite zwischen jährlich 9,1% (USA) und 12,2% (Japan); für europäische Aktien lag sie mit 10,7% innerhalb dieser Bandbreite. Die hohen Erwartungswerte für Renditen auf Aktien gehen allerdings mit einem beträchtlichen Schwankungspotential einher. Dieses Schwankungspotential wird in der vorliegenden Studie durch Bootstrap-Simulationen eines ökonometrischen Modells für den Geldmarktsatz und einige Überschussrenditen ermittelt. Die simulierten Konfidenzintervalle werden mit dem Veranlagungshorizont enger und zeigen, dass Kapitalverluste aus einer Aktienveranlagung in Europa (ohne Großbritannien) nach Berücksichtigung der Inflation (real) ab einem Veranlagungshorizont von 25 bis 30 Jahren mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von 5% ausgeschlossen werden können. Die Ausweitung des Veranlagungszeitraums auf 100 Jahre schafft keine 100%-Sicherheit gegenüber realen Kapitalverlusten. Diesem Verlustpotential steht ein erhebliches Ertragspotential gegenüber: Bei einer Veranlagungsdauer von 25 bis 30 Jahren kann ein europäisches Aktienportfolio (ohne Großbritannien) mit einer Wahrscheinlichkeit von 5% eine durchschnittliche reale Verzinsung von über 13,7% jährlich bringen.
 
Auftraggeber: Raiffeisen Capital Management
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Forschungsbereich:Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik
Sprache:Deutsch

The Macroeconomic Role of Investment Funds and the Earnings Prospects of Long-term Share Investments

Austrian investment funds contributed to 0.1 percent of the total economic value added. Their financial value is much more important. The financial market turbulence since 2008 calls into questions whether investment in a share portfolio with a long investment horizon makes any sense. Shares offer a higher expected return than investments on the money or bond market. Over the last 40 years the nominal expected returns converted into Euros, lay between 9.1 percent p.a. (USA) and 12.2 percent p.a. (Japan). For European shares the level was 10 percent over the same time, in between the USA and Japan. The high expected returns on shares are however accompanied by considerable potential for fluctuations. This potential for fluctuations is calculated in the current study using a Bootstrap simulation of an econometric model for the money market interest rates and excess profits. The simulated confidence intervals become tighter the longer the investment horizon and they show that capital losses from an investment in shares in Europe (excluding UK), taking into account inflation, can be excluded from investments with a horizon of 25 to 30 years, with a probability of error of 5 percent. Extending the length of the investment to 100 years does not provide 100 percent security against real capital losses. This loss potential counters the extremely high profit potential. With an investment period of 25 to 30 years a European share portfolio (excluding UK) can produce, with 5 percent probability, a real return of over 13.7 percent p.a.

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