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Stephan Schulmeister, Das "Vollgeldsystem". Notwendige Reform oder gefährliches Allheilmittel?

WIFO Working Papers, 2016, (518), 28 Seiten
Durch Kreditvergabe schaffen Banken Giralgeld, gewissermaßen "aus dem Nichts". Die Bewegung "Monetäre Modernisierung" sieht darin die Hauptursache der Schwankungen von Inflation und Konjunktur, der Staatsverschuldung, Spekulation und Finanzkrisen. Daher soll nur mehr die Notenbank das Recht haben, Geld zu schaffen und als "Geschenke" an die Regierungen in Umlauf zu bringen. Die Privaten deponieren ihr Geld bei einer Bank, es ist elektronisches "Vollgeld", das von der Bank nicht weiterverliehen werden kann. Eine Evaluierung dieses Konzepts ergibt: Erstens, mit der Geldmenge kann man weder die Inflation noch die Konjunktur steuern. Zweitens, durch Vollgeld lässt sich die Finanzspekulation nicht eindämmen. Drittens, das Vollgeldsystem würde die Kreditversorgung der Realwirtschaft massiv beeinträchtigen. Viertens, es würde die gesamtwirtschaftliche Nachfrage permanent dämpfen. Fünftens, das Vollgeldsystem würde die Macht der Notenbank in einer Weise ausweiten, wie es mit den Prinzipien einer Demokratie unvereinbar wäre. Ergänzend werden fünf Vorschläge präsentiert, wie destabilisierende Finanzspekulation innerhalb des bestehenden Geldsystems treffsicher eingedämmt werden kann.
 
Online seit: 30.05.2016 0:00
Forschungsbereich:Industrieökonomie, Innovation und internationaler Wettbewerb
Sprache:Deutsch

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