WIFO-Konjunkturtest

Kreditbedingungen österreichischer Unternehmen

Im November 2020 berichteten die Unternehmen weiterhin mehrheitlich von restriktiven Kreditbedingungen. Die Kredithürde – definiert als Saldo zwischen dem Anteil der Unternehmen, die die Kreditvergabe der Banken als entgegenkommend bezeichnen (positive Werte), und dem Anteil der Unternehmen, welche sie als restriktiv bezeichnen (negative Werte) – lag trotz Verbesserung (+2,8 Punkte) mit –2,9 Punkten weiter im negativen Bereich. Für kleinere Unternehmen (bis 50 Beschäftigte) war der Indikator dabei deutlich negativ (–4,3 Punkte), für mittlere (50 bis 250 Beschäftigte +0,8 Punkte) und größere Unternehmen (mehr als 250 Beschäftigte) dagegen positiv (+4,1 Punkte).

Die Ergebnisse zeigen trotz eines weiteren Rückganges (–2,6 Prozentpunkte gegenüber dem Vorquartal) nach wie vor eine leicht überdurchschnittliche Kreditnachfrage infolge der COVID-19-Krise. 22,9% der befragten Unternehmen gaben an, dass sie Kreditbedarf hatten. In der Bauwirtschaft meldeten 24,9% der Unternehmen Kreditbedarf, in der Sachgütererzeugung 22,0% und in den Dienstleistungsbranchen 23,1%. Nach Unternehmensgrößen hatten zuletzt 23,5% der kleineren Unternehmen (bis 50 Beschäftigte) Kreditbedarf, 23,5% der mittleren Unternehmen und 19,5% der größeren Unternehmen (mehr als 250 Beschäftigte).

21,6% der Unternehmen mit Kreditbedarf mussten bezüglich der Höhe oder der Konditionen Abstriche gegenüber ihren ursprünglichen Erwartungen machen. Dieser Wert lag über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre (18%). 56,5% der Unternehmen mit Kreditbedarf erhielten die Finanzierung wie erwartet. 21,8% der Unternehmen mit Kreditbedarf (rund 5% aller befragten Unternehmen) erhielten keinen Kredit, weil dieser von der Bank abgelehnt wurde, die Bedingungen für sie nicht akzeptabel waren oder sie wegen Chancenlosigkeit keinen Kredit beantragt hatten.