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100 Jahre österreichische Wirtschaft
WIFO Working Papers, 2018, (570), 55 Seiten
Online seit: 23.10.2018 0:00
Aus ökonomischer Sicht werden hier 100 Jahre Österreich beleuchtet und Schlussfolgerungen für die Zukunft gezogen. Die Republik Österreich besteht nicht durchgehend seit 100 Jahren; sie ging zwischen 1938 und 1945 unter. Im Gegensatz zur Sicht eines Historikers, der chronologisch und sehr detailliert die Ereignisse von 100 Jahren Österreich in der Ersten und Zweiten Republik beschreibt, möchte ich als Ökonom nur gewisse Muster herausarbeiten. Zum einen werde ich die Charakteristika der Wirtschaftsentwicklung nach den beiden Weltkriegen (Inflation, Arbeitslosigkeit, Staatshaushalt, Geldpolitik und die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum) aufzeigen. Zum anderen werden die Auswirkungen der verschiedenen Regimewechsel auf die wirtschaftliche Souveränität und damit auf die Wirtschaftsentwicklung des Staates Österreich behandelt. In der Ersten Republik und am Beginn der Zweiten Republik gab es eher eine zwangsweise Abgabe an Souveränität (Völkerbunddiktat, Anschluss, Besatzung). Dann folgte mit dem Staatsvertrag und der Neutralität die volle Souveränität. Später kam es im Zuge der stufenweisen Teilnahme an der europäischen Integration (EFTA, EWR, EU, WWU) zu einer freiwilligen Abgabe an Souveränität in der Hoffnung, als Gegenleistung einen barrierefreien Zugang zu einem größeren Markt zu erhalten. Zum Abschluss werden die Vorzüge der EU-Mitgliedschaft beleuchtet und abschließend die Frage diskutiert, ob Österreich besser mit oder ohne EU in die Zukunft schreiten sollte.
Forschungsbereich:Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik
Sprache:Deutsch

100 Years of Austrian Economy
From an economic point of view, 100 years of Austria are analysed, and conclusions drawn for the future. The Republic of Austria has not consistently existed for 100 years; she disappeared between 1938 and 1945. In contrast to the view of a historian who chronologically and in great detail describes the events of 100 years of Austria in the First and Second Republic, as an economist I would like to work out only certain patterns. On the one hand, the characteristics of economic development after the two world wars (inflation, unemployment, state budget, monetary policy and the impact on economic growth) are shown. On the other hand, the effects of the various regime changes on the economic sovereignty and thus on the economic development of the state of Austria are discussed. In the First Republic and at the beginning of the Second Republic, there was rather a compulsory surrender of sovereignty (the dictate of the League of Nations, Anschluss, occupation). Then, with the State Treaty and neutrality, full sovereignty followed. Later, as part of the gradual participation in European integration (EFTA, EEA, EU, EMU), Austria voluntarily ceded part of its sovereignty, hoping to get in return a barrier-free access to a larger market. Finally, the benefits of EU membership will be highlighted and the question of whether Austria should move into the future better with or without the EU.