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Wachstum schwächt sich ab. Mittelfristige Prognose der österreichischen Wirtschaft bis 2023
WIFO-Monatsberichte, 2018, 91(10), S.713-731
Online seit: 29.10.2018 0:00
 
Die Weltwirtschaft dürfte den Konjunkturhöhepunkt 2018 erreicht haben. In den nächsten Jahren wird eine Abschwächung der Dynamik erwartet. Im Durchschnitt der Prognoseperiode 2019/2023 wird Österreichs Wirtschaft um 1,7% pro Jahr wachsen (2014/2018 +1,9% p. a.), um rund ¼ Prozentpunkt über dem Durchschnitt des Euro-Raumes. Die Entlastung der privaten Haushaltseinkommen durch den Familienbonus wird die Konsumnachfrage vor allem in den Jahren 2019 und 2020 unterstützen. Im Prognosezeitraum wird von einem durchschnittlichen Wachstum des privaten Konsums von 1,7% pro Jahr ausgegangen (2014/2018 +1,1% p. a.). Bis einschließlich 2020 wird die Beschäftigung konjunkturbedingt deutlicher ausgeweitet als das Arbeitskräfteangebot. Die Arbeitslosenquote geht damit auf 7,2% zurück. Ab 2021 dürfte das Arbeitskräfteangebot aber wieder stärker als die Nachfrage zunehmen, sodass sich die Arbeitslosenquote bis zum Ende des Prognosezeitraumes auf 7,5% erhöht. Der Inflationsdruck bleibt mittelfristig mäßig, und das Inflationsdifferential zum Euro-Raum sollte sich weiter verringern. Das WIFO rechnet mit einer Inflationsrate gemäß Verbraucherpreisindex von durchschnittlich 2,0% p. a. Aufgrund des prognostizierten Konjunkturverlaufes und der angenommenen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen wird der Finanzierungssaldo der öffentlichen Haushalte über die Prognoseperiode positiv sein. Daraus abgeleitet geht die Staatsschuldenquote (Verschuldung des Gesamtstaates in Prozent des nominellen BIP) gegenüber dem Jahr 2018 bis 2023 um rund 14,5 Prozentpunkte auf 60% zurück.
Forschungsbereich:Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik
Sprache:Deutsch

Economic Growth Loses Momentum. Medium-term Forecast for the Austrian Economy Until 2023
The world economy is likely to have reached a cyclical peak in 2018, from which a gradual downturn is expected for the years to come. Over the forecast period 2019-2023, Austria's economy is projected to grow at an annual average 1.7 percent, slightly down from the 1.9 percent for the period 2014-2018, but exceeding the euro area average by about ¼ percentage point. Private household incomes will benefit from the introduction of a "Familienbonus" (income tax relief for households with children), which should support consumer demand mainly in 2019 and 2020. Over the entire forecast horizon, private consumption is expected to increase by 1.7 percent on annual average, after +1.1 percent p.a. 2014-2018. Thanks to benign cyclical conditions, the creation of new jobs will outpace labour supply growth until 2020, taking the unemployment rate down to 7.2 percent. Thereafter, the labour force may again expand faster than labour demand, with the unemployment rate edging up to 7.5 percent by 2023. Inflation pressure is set to stay moderate over the medium term, such that the positive gap of domestic inflation vis-à-vis the euro area should close. The consumer price index is anticipated to rise by an average 2 percent p.a. Under the projected business cycle scenario and the underlying no policy change assumptions, the general government balance should be positive over the entire period. Hence, the public debt ratio (general government debt as a percentage of nominal GDP) should fall from 2018 to 2023 by around 14.5 percentage points to the benchmark value of 60 percent.

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Dr. Michael Böheim

Funktion: Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Schriftleiter WIFO-Monatsberichte und WIFO Bulletin

Tamara Fellinger

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