Wöchentlicher WIFO-Wirtschaftsindex

02.03.2021

WWWI: 7. Kalenderwoche 2021

Der WWWI war in der Kalenderwoche 7 durch die Nachwirkung der Lockerung der Restriktionen und der Öffnung der Geschäfte ab 8. Februar 2021 geprägt. Er lag nach vorläufiger Berechnung um 8% unter der Vorjahreswoche. Im Vergleich zur Woche davor – der ersten Woche der Lockerungen – hat sich die Aktivität um knapp 1 Prozentpunkt verbessert.

Dies bedeutet eine Verlangsamung der Erholung: Unmittelbar nach der Öffnung in Kalenderwoche 6 hatte sich der Index gegenüber der Vorwoche um 4 Prozentpunkte verbessert. Für den gesamten Zeitraum seit Jahresbeginn wird der Einbruch des BIP gegenüber dem Vorjahr auf rund 11½% geschätzt und liegt damit im Bereich von Mitte Mai bis Mitte Juni 2020. Die erklärenden Variablen für den WWWI zeigen am aktuellen Rand ein besonders heterogenes Bild. Dieses besteht nicht nur zwischen unterschiedlichen Kategorien von Indikatoren, wie Kreditkartenumsatz- oder Gütertransportindikatoren, sondern auch innerhalb der einzelnen Indikatorgruppen. Besonders stechen die Kreditkartenumsatzindikatoren hervor; neben einer ausgesprochen hohen Volatilität in den letzten Wochen zeigt sich für Kalenderwoche 7 auch eine deutliche Spreizung der Indikatoren innerhalb dieser Gruppe. Die Google-Mobilitätsindikatoren verbesserten sich in Summe tendenziell, wenngleich sich die Teilindikatoren auch hier unterschiedlich entwickeln. Etwas günstiger entwickeln sich auch jene Indikatoren, welche die industrielle Produktion widerspiegeln; so stiegen sowohl der Stromverbrauch als auch der Stickstoffdioxidausstoß und der Gütertransport. Weiterhin leicht positive Signale – ausgehend von einem im langjährigen Vergleich extrem hohen Bestand an arbeitslos gemeldeten Personen – kommen von den Arbeitsmarktindikatoren.


Details zum Wöchentlichen WIFO-Wirtschaftsindex finden Sie bitte hier (xlsx).

Der Wöchentliche WIFO-Wirtschaftsindex (WWWI) ist ein Maß für die realwirtschaftliche Aktivität der österreichischen Volkswirtschaft auf wöchentlicher Basis. Er beruht auf wöchentlichen, monatlichen und vierteljährlichen Indikatoren.

Der Index ist auf die Werte der Veränderungsraten des BIP gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal skaliert: Ein Wert von 2% in einer bestimmten Woche bedeutet daher, dass ein durchschnittliches Wachstum von 2% im Vergleich zum Vorjahresquartal erwartet würde, sofern die Bedingungen dieser Woche ein ganzes Quartal lang anhalten.

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Mag. Dr. Josef Baumgartner

Forschungsbereiche: Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik

Mag. Dr. Christian Glocker, MSc

Forschungsbereiche: Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik
© Alexander Müller
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