WIFO-Konjunkturtest vom Februar 2020

27.02.2020

Konjunkturbeurteilung verbessert sich trotz anhaltender Unterschiede

Die Ergebnisse des WIFO-Konjunkturtests vom Februar 2020 zeigen eine Verbesserung der Konjunktureinschätzung durch die österreichischen Unternehmen. Zwischen den Sektoren bestehen aber nach wie vor große Unterschiede: Die Konjunktureinschätzungen der Unternehmen in den Dienstleistungsbranchen verschlechterten sich zwar leicht, blieben aber wie im Bauwesen zuversichtlich. In der Sachgütererzeugung war ein deutlicher Anstieg des Index zu verzeichnen.

Der Index der aktuellen Lagebeurteilungen für die Gesamtwirtschaft steigt im Februar (unter Ausschaltung saisonal bedingter Schwankungen) um 1,7 Punkte auf einen Wert von 12,9 Punkte. Der Zugewinn ist insbesondere auf die Sachgütererzeugung und den Bau zurückzuführen. In den Dienstleistungsbranchen sinkt der Index um 1,5 Punkte, signalisiert aber mit 14,1 Punkten weiterhin eine dynamische Dienstleistungskonjunktur. In der Bauwirtschaft steigt der Index um weitere 5,1 Punkte. Er liegt mit einem Wert von 40,3 Punkten im sehr optimistischen Bereich und spiegelt damit die ungewöhnliche Breite der positiven Konjunktureinschätzungen aber auch die guten Witterungsbedingungen wider. In der konjunkturell bedeutenden Sachgütererzeugung gewinnt der Lageindex deutlich hinzu (+5,5 Punkte) und notiert mit 2,5 Punkten erstmals seit Oktober wieder im positiven Bereich.

Der Index der unternehmerischen Erwartungen verliert im Februar etwas an Dynamik (–0,8 Punkte) und erreicht einen Wert von 8,2 Punkten. In der Bauwirtschaft sinkt der Erwartungsindex leicht (–0,7 Punkte), bleibt mit 11,2 Punkten aber weiter im zuversichtlichen Bereich. In den Dienstleistungsbranchen sinkt der Erwartungsindex etwas deutlicher (–2,5 Punkte), notiert aber mit einem Wert von 12,2 Punkten weiter im Bereich zuversichtlicher Konjunkturerwartungen. Nur in der Sachgütererzeugung steigt der Erwartungsindex (+1,9 Punkte) und notiert mit 1,2 Punkten erstmals seit September wieder im positiven Bereich. Der Indexwert weist jedoch aufgrund der unterdurchschnittlichen Erwartungen weiterhin auf eine schwache Industriekonjunktur hin.

Details zu allen Branchen im aktuellen Konjunkturtest finden Sie hier.
 

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Dr. Werner Hölzl

Forschungsbereiche: Industrieökonomie, Innovation und internationaler Wettbewerb
© Ahmed Elqsas/behance.net
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