Studie zu mobilen Pflege- und Betreuungsdiensten

19.12.2018

Ulrike Famira-Mühlberger und Matthias Firgo präsentieren Studie zu mobilen Pflege- und Betreuungsdiensten in Österreich.

Im Rahmen einer Pressekonferenz stellten der Präsident des Hilfswerkes Österreich Othmar Karas und Geschäftsführerin Elisabeth Anselm eine vom Hilfswerk beauftragte WIFO-Studie vor. Die Studie von Ulrike Famira-Mühlberger und Matthias Firgo beleuchtet die ökonomische Bedeutung mobiler Pflege- und Betreuungsdienste im Status quo sowie mögliche Auswirkungen politischer Maßnahmen zur Steuerung des Versorgungsmix für künftige Ausgaben.

Eine neue Pflege-Studie des WIFO beleuchtet die derzeitige und künftige ökonomische Bedeutung mobiler Pflege- und Betreuungsdienste in Österreich vor dem Hintergrund des bevorstehenden demographischen Wandels und möglicher politischer Maßnahmen zur Veränderung des Versorgungsmix in der formellen Pflege. Pflegeexpertin Ulrike Famira-Mühlberger und Pflegeexperte Matthias Firgo untersuchen den Status quo mobiler Dienste im nationalen und internationalen Kontext. Im europäischen Vergleich zeigt sich, dass die öffentlichen Ausgaben für Pflege (stationär und häuslich) in Österreich im unteren Mittelfeld liegen.

Analog zu einer Reihe von weiteren WIFO-Studien in der Vergangenheit wird in der neuen WIFO-Studie der projizierte Kostenpfad aller Pflegedienstleistungen, insbesondere der mobilen Dienste, bis 2050 vorgestellt. Darauf aufbauend, werden in vier Szenarien (Verschiebung des Versorgungsmix zugunsten der stationären Pflege, der 24-Stunden-Betreuung und der mobilen Dienste, relative Erhöhung des Potentials für informelle Pflege) die Effekte möglicher Maßnahmen quantifiziert, die die Bedeutung der jeweiligen Pflegeformen in unterschiedlichem Ausmaß beeinflussen. Dabei zeigt sich, dass ein verstärkter Ausbau von mobilen Diensten den projizierten Kostenpfad etwas dämpfen kann. Da mobile Dienste nur dann sinnvoll eingesetzt werden können, wenn auch Angehörige bereit sind, pflegebedürftige Familienmitglieder zu unterstützen, muss auch eine Stärkung der Angehörigenpflege Teil dieser Politikstrategie sein. Dennoch bedeutet die demographische Entwicklung, dass alle Pflegedienstleistungen weiter ausgebaut werden müssen. Eine Verlagerung hin zu mehr mobiler Pflege und Betreuung kann den Kostenpfad jedoch positiv beeinflussen. Die Studie zeigt anhand einer Reihe von evidenzbasierten Schlussfolgerungen und Argumenten die Bedeutung mobiler Dienste als integraler Bestandteil eines effektiven Pflegesystems auf.

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Dr. Margit Schratzenstaller-Altzinger

Funktion: Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Stellvertretende Leiterin

Publikationen

Monographien, Dezember 2018, 113 Seiten
Auftraggeber: Hilfswerk Österreich
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Online seit: 17.12.2018 11:59
 
Der vorliegende Bericht beleuchtet die derzeitige und künftige ökonomische Bedeutung mobiler Pflege- und Betreuungsdienste in Österreich vor dem Hintergrund des bevorstehenden demographischen Wandels und möglicher politischer Maßnahmen zur Veränderung des Versorgungsmix in der formellen Pflege. Die Studie zeigt einerseits den Status quo mobiler Dienste im nationalen und internationalen Kontext auf und gibt analog zu einer Reihe von weiteren rezenten WIFO-Studien Einblick in den projizierten, österreichweiten Leistungsumfang mobiler Dienste und der Pflegedienste insgesamt bis zum Jahr 2050. Darauf aufbauend wird versucht, in vier Politikszenarien (Verschiebung des Versorgungsmix zugunsten der stationären Pflege, der 24-Stunden-Betreuung und der mobilen Dienste, relative Erhöhung des Potentials für informelle Pflege) die Effekte möglicher Maßnahmen zu quantifizieren, die die Bedeutung der jeweiligen Pflegeformen in unterschiedlichem Ausmaß beeinflussen. Eine Reihe von evidenzbasierten Schlussfolgerungen und Argumenten zeigt abschließend die Bedeutung mobiler Dienste als integraler Bestandteil eines effektiven Pflegesystems auf.
Othmar Karas (Präsident Hilfswerk Österreich), Elisabeth Anselm (Geschäftsführerin Hilfswerk Österreich) sowie die beiden WIFO-Experten Ulrike Famira-Mühlberger und Matthias Firgo (Foto: Hilfswerk Österreich).
Othmar Karas (Präsident Hilfswerk Österreich), Elisabeth Anselm (Geschäftsführerin Hilfswerk Österreich) sowie die beiden WIFO-Experten Ulrike Famira-Mühlberger und Matthias Firgo (Foto: Hilfswerk Österreich).