Produktivität und inklusives Wachstum

13.05.2020

Neue WIFO-Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung

Wieso hat sich in vielen entwickelten Industrieländern das Produktivitätswachstum stark verlangsamt? Lässt sich dieses Phänomen darauf zurückführen, dass kleinere und mittlere Unternehmen nicht mit der Dynamik einiger großer, technologieintensiver Unternehmen mithalten können? Eine neue WIFO-Studie untersucht wirtschaftspolitische Instrumente, um Wettbewerb, Investitionen und Innovation inklusiv zu gestalten.

Die Unterschiede in der Produktivitätsentwicklung nehmen seit den 2000er-Jahren merklich zu. Große Unternehmen und urbane Regionen, die sich an der "technologischen Frontier" befinden, prosperieren, während jene dahinter zurückbleiben. Soll die wirtschaftliche Entwicklung gleichzeitig dynamisch und inklusiv sein, dann steht die Wirtschaftspolitik vor der Herausforderung, die Produktivitätsentwicklung in der Breite zu fördern, ohne gleichzeitig das Wachstum an der "Frontier" zu beeinträchtigen.

Auf Basis der wissenschaftlichen Literatur untersuchten Stefan Ederer, Julia Bachtrögler, Michael Böheim, Martin Falk, Peter Mayerhofer und Philipp Piribauer im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung die Ursachen und Mechanismen hinter dieser ungleichen Produktivitätsentwicklung und arbeitet die Wirkung von wirtschaftspolitischen Instrumenten und Maßnahmen in drei wesentlichen Bereichen heraus – Wettbewerb, Investitionen und Innovation.

Die Ergebnisse der Studie werden in einem operationalisierbaren Analyserahmen zusammengeführt, in dem die Wirkung der untersuchten Instrumente auf Wachstum und Inklusion zusammengefasst sind. Dieser Analyserahmen kann dazu verwendet werden, ex ante über einen möglichst optimalen Politik-Mix für eine inklusiv ausgerichtete Wirtschaftspolitik zu reflektieren. Andererseits dient er auch dazu, eventuelle negative Effekte von Politikinstrumenten auf die beiden Zieldimensionen auf der Ebene von Unternehmen und Regionen transparent zu machen. Darüber hinaus werden Ansatzpunkte für eine inklusive Gestaltung produktivitätsfördernder Maßnahmen in den drei genannten Politikbereichen herausgearbeitet und diskutiert, wie die Maßnahmen eingesetzt werden können, um den aktuellen Trends und Mechanismen einer ungleichen Produktivitätsentwicklung entgegen zu wirken.

Die Studie kann hier über die Bertelsmann-Stiftung bezogen werden.

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Dr. Stefan Ederer

Forschungsbereiche: Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik
© Mike Kononov/Unsplash
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