"Österreichs Arbeitswege auf Klimakurs bringen"

02.03.2020

VCÖ-Pressegespräch mit WIFO-Ökonomin Daniela Kletzan-Slamanig

WIFO-Ökonomin Daniela Kletzan-Slamanig sprach sich im Rahmen eines Pressefrühstücks des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) am 20. Februar 2020 für ein verstärktes betriebliches Mobilitätsmanagement und eine Ökologisierung der Pendlerförderungen aus.

Arbeitswege verursachen an Werktagen ein Drittel des Autoverkehrs in Österreich. Pro Jahr verursacht dies laut einer aktuellen Publikation des VCÖ mehr als 3 Mio. t CO2. Diese Klimabilanz könne durch verstärktes betriebliches Mobilitätsmanagement und eine umfassende Reform der Pendlerförderungen deutlich verbessert werden.

Laut Daniela Kletzan-Slamanig sei vor allem das Pendlerpauschale ein wichtiger Hebel in der österreichischen Klimapolitik. Hier gelte es, einerseits Anreize für klimaverträgliches Pendeln zu setzen und andererseits sozial ausgewogen zu sein. In der derzeitigen Form werden beide Anforderungen nur sehr eingeschränkt erfüllt.

Um zielgerichtet und effizient wirken zu können sei es notwendig, das komplexe System der Pendlerförderung in Österreich, das eine Vielzahl von Instrumenten umfasst, zu vereinfachen und transparenter zu gestalten. Die Basis sollte laut Kletzan-Slamanig die tatsächlich zurückgelegte Distanz sein. Zudem sollte die Förderung der Nutzung des öffentlichen Verkehrs sowie der aktiven Mobilität im Vordergrund stehen und die Pkw-Nutzung auf jene Fälle beschränkt sein, wo Alternativen nicht zur Verfügung stehen. Idealerweise sollte eine Reform der Pendlerförderung in ein Gesamtpaket eingebunden sein, d. h., im Rahmen einer ökologischen Steuerreform müssten die Bepreisung von CO2 und die Ausgleichsmaßnahmen gleichzeitig betrachtet werden. Zudem brauche es eine langfristig orientierte Verkehrspolitik und -planung, die auf die Bereitstellung der Infrastruktur für klimaverträgliches Pendeln fokussiert.

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Mag. Daniela Kletzan-Slamanig

Forschungsbereiche: Umwelt, Landwirtschaft und Energie
© Dimitry Anikin/Unsplash
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