Konsum und Dienstleistungen stützten Wachstum zu Jahresende

28.02.2020

Quartalsrechnung des WIFO

Gemäß der aktuellen Quartalsrechnung des WIFO wuchs die heimische Wirtschaft im IV. Quartal 2019 gegenüber dem Vorquartal um 0,3% (III. Quartal +0,2%). Der Rückgang in der Industriekonjunktur setzte sich fort, verstärkte sich jedoch nicht weiter. Konsum und Dienstleistungen unterstützten hingegen abermals das Wachstum. Im gesamten Jahr 2019 stieg die Wirtschaftsleistung damit um 1,6%.

Das österreichische BIP wuchs im IV. Quartal gegenüber der Vorperiode um 0,3% (Trend-Konjunktur-Komponente). Das unbereinigte BIP lag im IV. Quartal um 1,6% über dem Niveau des Vorjahres.

Die saison- und arbeitstagsbereinigte Veränderungsrate des BIP (Kennziffer laut Eurostat-Vorgabe) betrug 0,2% (Revision gegenüber Schnellschätzung Ende Jänner –0,1 Prozentpunkte). Damit lag das Wachstum in Österreich über jenem im Euro-Raum und der EU 27 (0,1%).

Vor dem Hintergrund der schwächeren internationalen Konjunktur ließ die Exportdynamik im Jahresverlauf nach. Die Exporte stiegen im IV. Quartal um 0,2%, wobei die Dienstleistungsexporte stärker expandierten als die Güterexporte. Die Importe wurden um 0,1% ausgeweitet (Güterimporte –0,1%), sodass die Außenwirtschaft einen positiven Wachstumsbeitrag lieferte.

Auch die Konsumnachfrage trug positiv zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum bei und erwies sich weiterhin als stabile Stütze. Die privaten Konsumausgaben (einschließlich privater Organisationen ohne Erwerbszweck) expandierten um 0,3%, die öffentlichen Konsumausgaben wuchsen mit 0,4% etwas stärker.

Nach der schwächeren Dynamik zur Jahresmitte gewannen die Bruttoanlageinvestitionen im IV. Quartal wieder leicht an Schwung (+0,4%). Sie wurden hauptsächlich von den Bauinvestitionen getragen (+0,5%). Die Ausrüstungsinvestitionen stagnierten, wobei hier die Maschinen- und Fahrzeuginvestitionen leicht rückläufig waren.

Die heimische Industriekonjunktur befand sich im letzten Quartal weiterhin in der Rezession, der Rückgang verstärkte sich zuletzt jedoch nicht weiter. Die Wertschöpfung in der Sachgütererzeugung sank um 0,6% (nach –0,7% im III. Quartal). Im Bauwesen verlief die Konjunktur zu Jahresende hingegen weiterhin solide (IV. Quartal +0,2%). Ebenso unterstützen die Marktdienstleistungen das Wirtschaftswachstum. Die Wertschöpfung in den Bereichen Handel sowie Beherbergung und Gastronomie stieg um 0,3% bzw. 0,5%.

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Dr. Jürgen Bierbaumer-Polly

Forschungsbereiche: Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik

Mag. Sandra Bilek-Steindl

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© Alexandru Tugui/Unsplash
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