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WIFO publications: Margit Schratzenstaller-Altzinger (211 hits)

WIFO-Monatsberichte, 2020, 93(5), pp.355-361
Online since: 29.05.2020 18:30
 
Die COVID-19-Krise hat deutliche Auswirkungen auf die öffentlichen Haushalte in Österreich. Ein Teil der Hilfsmaßnahmen im Umfang von 38 Mrd. € auf Bundesebene und von 1,4 Mrd. € auf Ebene der Bundesländer (insgesamt 9,9% des BIP von 2019) wird unmittelbar budgetwirksam. Zudem löst der COVID-19-bedingte Konjunktureinbruch automatische Mehrausgaben (z. B. Arbeitslosen- oder Sozialhilfezahlungen) und Mindereinnahmen an konjunkturreagiblen Abgaben bzw. Steuern aus (automatische Stabilisatoren). So wird sich das Maastricht-Defizit 2020 auf –7,4% und 2021 auf –3,3% des BIP erhöhen. Der Schuldenstand wird auf über 80% des BIP steigen. Aufgrund der Unsicherheit über die Dauer und Tiefe der Rezession sowie die Inanspruchnahme der Hilfsmaßnahmen ist auch die Budgetprognose mit großer Unsicherheit verbunden.
Angela Köppl (WIFO), Stefan Schleicher (Wegener Center and WIFO), Margit Schratzenstaller (WIFO), Karl W. Steininger (Wegener Center)
COVID-19, Klimawandel und Konjunkturpakete (COVID-19, Climate Change and Economic Stimulus Packages)
WIFO Research Briefs, 2020, (1), 14 pages
Study by: Austrian Institute of Economic Research – University of Graz, Wegener Center for Climate and Global Change
Online since: 11.04.2020 13:00
Durch die COVD-19-Pandemie werden die Verwundbarkeit und die Systemrisiken von komplex vernetzten, globalen Wirtschaftsstrukturen sichtbar. Systemrisiken und Verwundbarkeit der bestehenden Strukturen sind nicht nur für Pandemie-Ereignisse gegeben, sondern treffen auch auf andere mögliche Störungen wie etwa die absehbare Klimakrise zu. Entsprechend gilt es, die Erfahrungen aus der COVD-19-Pandemie über die Verwundbarkeit unseres Wirtschaftssystems in Hinblick auf eine Vermeidung von Klimarisiken zu nutzen. Meldungen, dass die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus und damit die COVD-19-Krise eine Verringerung der Emissionen zu Folge haben, sind kritisch zu bewerten: Nicht die Emissionen eines Jahres bestimmen die klimaverändernde Wirkung, sondern die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre. Um tatsächlich eine Trendwende zu erreichen, müssen die Treibhausgasemissionen in Österreich wie weltweit mit strukturell wirksamen Maßnahmen dauerhaft gesenkt werden. Entsprechend sind auch die staatlichen Maßnahmen zur Bewältigung der Coronavirus-Krise so zu setzen, dass sie auch zur Abmilderung des Klimawandels beitragen und unser Wirtschaftssystem weniger verletzlich machen.
WIFO Working Papers, 2020, (596), 28 pages
Online since: 25.03.2020 0:00
One element of the proposed European Green Deal is a border carbon adjustment mechanism. The introduction of a BCA would allow the EU to phase out current carbon leakage provisions of the ETS and to auction off all emission allowances, thus rendering the ETS a more effective unilateral tool to price and reduce carbon emissions. In theory a BCA would be a perfect instrument to ensure a level playing field for domestic and foreign producers, thus avoiding potential carbon leakage. Until now, however, the legal and administrative issues of implementation have been deemed too huge to overcome. We derive a WTO-compatible (full) border tax adjustment (BTA) design that could be implemented in the near future, and we estimate potential EU BCA and BTA revenues using a dynamic new Keynesian (DYNK) model. The BTA design of our choice would generate substantial and stable revenues that could be used as innovative sustainability-oriented own resource to finance the EU budget. We find that estimated revenues would suffice to finance between 5 and 7 percent of the EU's expenditure in the coming Multiannual Financial Framework period 2021-2027 and up to 16 percent in the year 2050. This new revenue source would allow member states to reduce their current contributions to the EU budget accordingly and would thus create space to cut other more distortionary taxes at the national level, enabling an EU-wide supranational sustainability-enhancing tax shift. Thus, a BTA could contribute to tackle both environmental and fiscal challenges currently facing the EU.
Reformbedarf und Reformoptionen für das EU-Budget aus österreichischer Perspektive (Reform Needs and Options for Reform of the EU Budget from an Austrian Perspective)
WIFO-Monatsberichte, 2020, 93(3), pp.177-191
Online since: 10.03.2020 0:00
 
Der EU-Haushalt 2021 bis 2027 muss sich stärker am europäischen Mehrwert orientieren, um angesichts der kontroversiellen Positionen der Mitgliedsländer und deren primärer Orientierung an der Nettoposition eine Einigung zu ermöglichen. Eine Stärkung des Anteils von Ausgaben für Forschung, klimafreundliche grenzüberschreitende Verkehrs- und Energieversorgungsinfrastruktur sowie für eine proaktive Asyl- und Migrations- sowie Integrations- und Entwicklungspolitik und eine konsequente Ausrichtung der Agrarpolitik an klimapolitischen Zielen könnten den europäischen Mehrwert der EU-Ausgaben erhöhen. Innovative nachhaltigkeitsorientierte Eigenmittelquellen als teilweiser Ersatz für die nationalen Beiträge der Mitgliedsländer, die derzeit zur Umsetzung zentraler Ziele und Strategien der EU nichts beitragen, könnten den Nutzen des EU-Haushaltes weiter erhöhen.
WIFO-Monatsberichte, 2020, 93(2), pp.123-135
Online since: 04.03.2020 0:00
 
Reparaturen werden als Beitrag für eine ressourcenschonendere Wirtschaftsweise angesehen. Dennoch spielen Reparaturen von Gebrauchsgütern anders als Reparaturen von Fahrzeugen oder Maschinen eine geringe Rolle. Ökonomisch betrachtet lässt sich dies auf das Fehlen von Anreizen für die Produzenten zurückführen, reparaturfreundliche Produkte anzubieten. Auf der Konsumentenseite können Änderungen der Konsumpräferenzen oder auch geringes Vertrauen in die Reparaturqualität die Nachfrage beeinflussen. Die Wirtschaftspolitik hat verschiedene Handlungsoptionen, um Reparaturen zu fördern. Die ökologischen und gesamtwirtschaftlichen Effekte von Maßnahmen zur Stärkung des Reparatursektors hängen weitgehend vom Ausmaß von Mitnahmeeffekten ab. Bei allen steuerlichen Maßnahmen ist von erheblichen Mitnahmeeffekten auszugehen.
WIFO Working Papers, 2019, (592), 21 pages
Online since: 10.12.2019 0:00
Das EU-Budget für die Periode 2021 bis 2027 muss sich stärker als bisher am europäischen Mehrwert orientieren, um angesichts der kontroversiellen Positionen der Mitgliedsländer und deren primärer Orientierung an der Nettoposition eine Einigung zu ermöglichen. Eine weitere Stärkung des Anteils von Ausgaben für Forschung, klimafreundliche grenzüberschreitende Verkehrs- und Energieversorgungsinfrastruktur und die zweite Säule der Agrarpolitik sowie von proaktiven Asyl- und Migrations- sowie Integrations- und Entwicklungsausgaben würde den europäischen Mehrwert der EU-Ausgaben erhöhen. Soll der Budgetrahmen nicht über den Vorschlag der Europäischen Kommission hinaus erhöht werden, können Spielräume durch eine stärkere Verringerung der ersten Säule der Agrarpolitik oder durch eine stärkere Fokussierung der Kohäsionspolitik geschaffen werden. Die stärkere Kopplung der Mittel an Umwelt- und Klimaziele und Ziele in der Migration und Integration sowie die Beachtung des Prinzips der Rechtsstaatlichkeit würden den europäischen Mehrwert des EU-Budgets steigern. Der europäische Nutzen des EU-Budgets könnte weiter gesteigert werden durch die Einführung eines Korbs von (steuerbasierten) Eigenmittelquellen (zusätzlich zu den diesbezüglichen Vorschlägen der Europäischen Kommission bieten sich Steuern auf den Flugverkehr sowie ein Grenzausgleichssystem für den EU-Emissionshandel an) als teilweiser Ersatz für die auf der Umsatzsteuer-Bemessungsgrundlage sowie dem Bruttonationaleinkommen basierenden nationalen Beiträgen, die derzeit überhaupt keinen Beitrag zur Umsetzung zentraler EU-Ziele und EU-Strategien leisten. Eine Erhöhung des Zielwerts für das Klima-Mainstreaming über den Vorschlag der Europäischen Kommission von 25% der Gesamtausgaben hinaus, der konsequente Ausschluss der Förderung fossiler Energien sowie die Nutzung "grüner" Eigenmittelquellen würden das EU-Budget zu einem zentralen Baustein des anvisierten "Green Deal for Europe" machen und seinen "grünen" europäischen Mehrwert stärken. Eine gesamthafte Betrachtung ist erforderlich: Regulative Eingriffe, Ausgaben- und Einnahmenseite des EU-Budgets müssen zusammen gedacht werden; angesichts der unterschiedlichen Interessen der Mitgliedsländer muss nach Paketlösungen gesucht werden. Isolierte Diskussionen über einzelne Maßnahmen (und Maßnahmenbereiche) sind nicht zielführend. Die Querverbindungen zwischen den Ausgabenbereichen des Mittelfristigen Finanzrahmens (z. B. ländliche Entwicklung und Kohäsion oder Forschung und Regionalförderung) zu anderen Politikbereichen sind stärker zu beachten und zu nutzen.
Policy Brief: Fragen und Fakten zur Bepreisung von Treibhausgasemissionen (Policy Brief: Questions and Facts on the Pricing of Greenhouse Gas Emissions)
Monographs, November 2019, 30 pages
Study by: Austrian Institute of Economic Research – University of Graz, Wegener Center for Climate and Global Change
Online since: 08.11.2019 0:00
 
Viele Empfehlungen für die Klimapolitik konzentrieren sich auf zwei Schwerpunkte: erstens einen möglichst raschen Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energie und zweitens, ergänzend dazu, eine Bepreisung von Treibhausgasemissionen. Der vorliegende Policy Brief legt vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen über die Energie- und Klimapolitik eine unterstützende Argumentation für die Bepreisung von Treibhausgasemissionen vor.
Monographs, September 2019, 63 pages
Commissioned by: Federal Ministry of Sustainability and Tourism
Study by: Austrian Institute of Economic Research
Online since: 18.09.2019 0:00
 
Reparatur, Wiederverwendung, Remanufacturing, Refurbishing und Recycling sind zentrale Herausforderungen in der Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft. Die Studie analysiert das Potential unterschiedlicher Maßnahmen zur Förderung des Reparatursektors und schätzt insbesondere die daraus zu erwartenden fiskalischen Effekte ab. Konkret werden vier Maßnahmen in ihrer Wirkung analysiert: 1. eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes im Rahmen der geltenden Mehrwertsteuerrichtlinie von 20% auf 10% auf Reparaturen von Fahrrädern, Schuhen und Änderungsschneidereien, 2. eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf alle Reparaturen von Gebrauchsgütern, 3. eine direkte Förderung in Form eines Reparaturschecks und 4. eine indirekte Förderung über die Absetzbarkeit der Reparaturkosten von der Einkommensteuer. Den höchsten direkten fiskalischen Effekt hätte die Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf Reparaturen von Gebrauchsgütern einschließlich Elektro- und Elektronikgeräte. Einschränkend ist hier darauf zu verweisen, dass dies nach der derzeitigen rechtlichen Lage nicht möglich wäre.
WIFO Working Papers, 2019, (587), 30 pages
Online since: 24.08.2019 0:00
The need to reform EU funding and recent political developments such as Brexit and the withdrawal from the USA from the 2015 Paris climate agreement could revitalise the debate about the introduction of border carbon adjustments (BCA) for the European emission trading system (ETS). The introduction of a BCA would allow the EU to phase out current carbon leakage provisions of the ETS and to auction off all emission allowances, thus rendering the ETS a more effective unilateral tool to price and reduce carbon emissions. By using a dynamic new Keynesian (DYNK) model, we estimate that potential revenues of a BCA for the ETS would generate substantial and stable revenues. Given different assumptions about the development of the carbon intensity of non-EU production and different BCA designs we find that estimated revenues would suffice to finance between a third and all of current EU expenditures by the year 2027, thus allowing member countries to reduce their current contributions to the EU budget accordingly. Administered at the EU borders a BCA would represent a sustainability-oriented instrument to finance the EU allowing EU countries to cut more distortionary taxes such as those on labour, thereby increasing growth- and employment-friendliness of taxation. The proposed measure could thus contribute to tackle both environmental and fiscal challenges currently facing the EU.
 
This policy brief summarises the main points of our detailed study on the concept of a financial transaction tax (FTT), the theoretical and empirical evidence in favour and against introducing it and the results of estimations of potential revenues from such a global FTT. We analyse the benefits and challenges of introducing a tax on financial transactions, putting special focus on the introduction of such a tax on a world-wide scale. For a number of reasons, international cooperation is deemed a central prerequisite for an efficient FTT. The purpose of the tax is to raise substantial revenues and help dampen excessive financial market speculation and market volatility. An FTT would ensure that the financial sector contributes more substantially to government revenues. In its optimal form, the tax would be broad-based and there will be no financial instrument types exempted. In a second step, we analyse from a political economy perspective the prospects, the current status, and the lessons learnt from the European discussion on the implementation of an FTT. Finally, we calculate the revenue potential of a global FTT and report how much revenues would accrue to specific countries and regions. We estimate that the tax, if imposed globally and taking into account evasion, relocation and lock-in effects, can bring significant revenues – between 237.9 and 418.8 billion $ annually. The baseline case delivers 326.9 billion $ overall for the global economy, which corresponds to 0.43 percent of global GDP. These are lower bounds for potential revenues due to missing data on a number of financial instrument types. For specific countries, in the baseline case this would result in 72.57 billion $ annual potential revenues for the USA (0.37 percent of GDP), 119.46 billion $ for the European Union (0.69 percent of GDP), 10.00 billion $ for Germany (0.27 percent of GDP), 9.99 billion $ for France (0.39 percent of GDP) and 19.99 billion $ for Japan (0.41 percent of GDP).
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