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Das vernachlässigte Massensparen. Die wirtschaftspolitischen Folgen zunehmender Intermediation (The Neglected Mass Saving. The Economic Consequences of Increasing Intermediation)
WIFO-Monatsberichte, 2019, 92(8), S.583-597
Online seit: 23.08.2019 0:00
 
Das gegenwärtig niedrige Zinsniveau ergibt sich vor allem daraus, dass die Sparpläne in Europa und Südostasien die Investitionspläne übertreffen; die expansive Geldpolitik verstärkte diesen Trend nur etwas. Die Sparüberschüsse sind primär Folge des Massensparens, das den Konsum tendenziell dämpft und zur Intermediation durch den Kreditapparat zwingt; dabei entstehen zwangsläufig Probleme der Fristen- und Risikentransformation sowie der Verschuldung. Sie tragen zur Instabilität des Systems bei. Durch Massensparen bedingte Sparüberschüsse traten bereits im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts auf, wurden aber durch Kriege und Inflation beseitigt, bevor sie ernstere Probleme aufwerfen konnten. Spätestens seit dem Jahr 2000 dämpfen die Sparüberschüsse jedoch Konsum und Wachstum; die Verschuldungsbereitschaft der Wirtschaft ist angesichts der geringen Wachstumsraten begrenzt, und die Staatsverschuldung wird tendenziell eingedämmt. Daran dürfte sich in absehbarer Zukunft wenig ändern. Der Beitrag zeigt die Problematik anhand der österreichischen Entwicklung der letzten 180 Jahre und diskutiert Lösungsansätze.
Forschungsbereich:Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik
Sprache:Deutsch

The Neglected Mass Saving. The Economic Consequences of Increasing Intermediation
The current low level of interest rates is mainly due to the fact that the savings plans in Europe and Southeast Asia exceed the investment plans; the expansive monetary policy only strengthened this trend slightly. The savings surpluses are primarily the result of mass saving, which tends to curb consumption and force it into intermediation through the credit apparatus; this inevitably leads to problems of maturity and risk transformation as well as debt. They contribute to the instability of the system. Savings surpluses due to mass saving already occurred in the last quarter of the 19th century, but were eliminated by wars and inflation before they could pose more serious problems. Since 2000 at the latest, however, savings surpluses have been dampening consumption and growth; the economy's willingness to borrow is limited in view of the low growth rates, and national debt tends to be contained. This is unlikely to change much in the foreseeable future. The article shows the problems on the basis of the Austrian development over the last 180 years and discusses possible solutions.

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