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Thomas Url, Gesamtwirtschaftliche Auswirkungen der Exportgarantien in Österreich

Monographien, Mai 2016, 80 Seiten
   
Im internationalen Handel ist die Lieferung auf Ziel wegen längerer Transportwege das dominante Zahlungsverfahren und umfasst etwa 80% der Geschäftsfälle. Die Republik Österreich unterstützt deshalb österreichische Unternehmen durch Bundeshaftungen für Lieferforderungen aus Exportgeschäften. Zwischen 1950 und 2014 ergab die Summe an Einnahmen und Ausgaben für Exportgarantien einen geringfügigen kumulierten Überschuss von 70 Mio. € bzw. 0,03% der kumulierten Haftungszusagen. Das betriebswirtschaftliche Ergebnis der Exportgarantien ist langfristig ausgeglichen. Als Folge der Einstellung von Exportgarantien der Haftungsarten G1, G2 und G3 im Wert von 1,6 Mrd. € würden die Exporte i. w. S. dauerhaft um 1,9% unter dem Referenzpfad liegen, das Bruttoinlandsprodukt wäre um 0,6% niedriger als in der Basislösung ohne diese Maßnahme, und etwa 30.000 Arbeitsplätze würden verlorengehen. Die Integration Österreichs in internationale Wertschöpfungsketten nahm zwischen 1995 und 2011 deutlich zu; für einzelne Exportprodukte liegt der inländische Wertschöpfungsanteil am Projektvolumen bereits unter 50%, sodass eines der Vergabekriterien für Exportgarantien verletzt wird. Neben der vollständigen Aufhebung dieses Grenzwertes könnte in Zukunft ein niedrigerer Grenzwert in Betracht gezogen werden. Eine Senkung in Kombination mit alternativen vorab fixierten Kriterien für Exporteure ist ebenso möglich.
 
Auftraggeber: Bundesministerium für Finanzen
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Online seit: 25.05.2016 0:00
Forschungsbereich:Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik
Sprache:Deutsch

Macroeconomic Effects of Export Guarantees in Austria

Trade credit is a regular feature in international trade. Due to longer distances and delivery time trade credit is used in about 80 percent of export cases. Austria supports domestic exporters by providing public export credit guarantees. Between 1950 and 2014 the difference between revenues and claims paid in the export credit guarantee system added up to just 70 million € or 0.03 percent of the accumulated insured sum. The long-run operational result is balanced. Stopping new commitments of export credit guarantees of the types G1, G2, and G3 would result in a long-term reduction of exports of goods and services by 1.9 percent with respect to a reference path; gross domestic output will be lowered by 0.6 percent, and about 30,000 jobs are expected to be lost. The integration of Austrian firms into international value added chains increased substantially between 1995 and 2011. For some products, the share of domestic value added is already below 50 percent, thus violating one of the eligibility criteria for export credit guarantees. Besides fully abandoning the value added criterion the Austrian government may consider lowering the critical value or combining a lower critical value with some predefined and fixed alternative criteria the exporting firm would have to satisfy.

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