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Stephan Schulmeister, Der Fiskalpakt – Hauptkomponente einer Systemkrise

WIFO Working Papers, 2014, (480), 18 Seiten
Mit dem seit 2013 gültigen Fiskalpakt und seiner Umsetzung hat die Politik in der EU wesentliche Forderungen der ideologischen Hauptgegner des Europäischen Sozialmodells, der "Schule von Chicago", übernommen. Erstens wird mit dem Pakt die Fiskalpolitik noch enger an Regeln gebunden, gleichzeitig soll das strukturelle Defizit durch Deregulierung der Märkte, insbesondere des Arbeitsmarktes verringert werden. Zweitens schätzt die Europäische Kommission das strukturelle Defizit mit Hilfe des Konzepts der natürlichen Arbeitslosenquote (NAWRU). Drittens wird unterstellt, dass Sparpolitik keine negativen Folgen für Produktion und Beschäftigung hat. Der Fiskalpakt ist zu einer Hauptkomponente jener neoliberalen "Navigationskarte" geworden, welche Wirtschaft und Gesellschaft in Europa immer tiefer in eine Systemkrise führt.
 
Online seit: 28.10.2014 0:00
Forschungsbereich:Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik
Sprache:Deutsch

The Fiscal Compact – Main Component of a Systemic Crisis

By adopting the Fiscal Compact the EU took over core concepts of the neoliberal School of Chicago, and, hence, of the main adversaries of the European Social Model. First, the Fiscal Compact strengthens the monetarist principle of binding economic policy to certain rules. At the same time, the core target of a maximum structural deficit of 0.5 percent of GDP should be achieved through deregulation, in particular of labour markets. Second, the European Commission estimates the structural deficit using the monetarist concept of a natural rate of unemployment. Third, the deficit procedure assumes that austerity policy does not impact (negatively) on production and employment. Hence, the Fiscal Compact has become a core component of the neoliberal "navigation map" which leads Europe deeper and deeper into a systemic crisis.

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