Forschungsprogramm "Österreich 2025"

Das ökonomische Umfeld hat sich seit der Finanzmarktkrise 2008/09 gravierend verändert. Vor diesem Hintergrund ist eine Neuausrichtung der mittelfristig orientierten Wirtschaftspolitik erforderlich. Die österreichische Wirtschaft steht vor neuen Herausforderungen in den Bereichen Globalisierung, Demographie, Sozialwesen, Einkommensverteilung und Umweltschutz, die unter den Nebenbedingungen anhaltender fiskalpolitischer Restriktionen und eines wahrscheinlich auch in den kommenden Jahren mäßigen Wirtschaftswachstums zu bewältigen sein werden.

Das Forschungsprogramm "Österreich 2025" untersucht einerseits wirtschaftspolitische Strategien zur Steigerung des mittelfristigen Wachstums und andererseits potentielle Handlungsoptionen, die selbst in einem Szenario eines weiterhin schwachen Wachstums die Aufrechterhaltung von sozialen und ökologischen Standards ermöglichen sollen.

Schwerpunktfelder

Wirtschaft: Wettbewerbsfaktoren für Spitzenposition

Bildung: Zukunftsthemen in das Bildungssystem integrieren

Einkommen und Verteilung: Anker für die Binnennachfrage

Arbeitsmarkt: Wachstumsschwäche verschärft demographische Herausforderungen

Sozialsystem: Neue Risiken und soziale Innovationen

Regionalpolitik: Neue Anforderungen an Infrastruktur und Technologie

Ländlicher Raum: Potentiale für eine wettbewerbsfähige Landwirtschaft

Umwelt- und Energieinnovationen: Performance und künftige Erfolgsfaktoren

Öffentliche Verwaltung: Reformwiderstände abbauen

Projektinformationen

Marcus Scheiblecker (Projektleitung), Österreich 2025: Relaunch für ein Erfolgsmodell

Forschungsprogramm "Österreich 2025"
Das Wirtschaftswachstum wird in Europa nach der Finanzmarktkrise weiterhin niedrig ausfallen, die Ungleichgewichte innerhalb Europas werden nur langsam abgebaut. Österreichs Nachbarländer werden im Durchschnitt zwar ein rascheres Wachstums verzeichnen, aber krisenbehaftet bleiben und mit großen Unterschieden zwischen den Ländern. Der Finanzsektor befindet sich in einem Umbruch. Europa wird hinter China, Indien und den USA an die vierte Stelle der Wirtschaftsleistung zurückfallen, und Nationalstaaten werden immer weniger an den internationalen Entscheidungsprozessen direkt mitwirken. Neue Industrieländer werden immer stärker in die Märkte mit mittleren Technologien nachrücken. Wirtschaftspolitische und gesellschaftliche Entscheidungen werden zunehmend auf globaler Ebene getroffen werden (Klimaschutz, Gesundheit, Festlegung von Standards und Regeln). Zur Lösung der wirtschaftlichen Probleme und der damit verbundenen ökologischen und sozialen Auswirkungen hat die EU im Jahr 2012 das vierjährige Forschungsprogramm "WWWforEurope – Welfare, Wealth and Work for Europe" in Auftrag gegeben, an dem das WIFO gemeinsam mit 32 europäischen Partnern arbeitet. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse können teilweise zur Problemlösung in Österreich verwendet werden. Das zwischen Anfang 2015 und Ende 2016 abzuwickelnde Forschungsprogramm "Österreich 2025" analysiert vor diesem Hintergrund acht Problembereiche, um wirtschaftspolitische Handlungsspielräume aufzuzeigen und wirtschaftspolitische Empfehlungen auszusprechen.
 
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Auftraggeber: Oesterreichische Nationalbank

 


Das Forschungsprogramm "Österreich 2025" wird von Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, Oesterreichischer Nationalbank, Klima- und Energiefonds, Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz und Hannes Androsch Stiftung bei der Österreichischen Akademie der Wissenschaften finanziell unterstützt. Einzelne Projekte finanziert durch die Bundesarbeitskammer, das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, die Landwirtschaftskammer Österreich und die Wirtschaftskammer Österreich werden ebenfalls im Rahmen des Forschungsprogramms abgewickelt.

Programmleitung

Marcus Scheiblecker

Mag. Dr. Marcus Scheiblecker

Funktion: Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Stellvertretender Leiter
Forschungsbereiche: Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik
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