Matthias Firgo, Peter Mayerhofer, Wissensintensive Unternehmensdienste, Wissens-Spillovers und regionales Wachstum. Teilprojekt 1: Wissens-Spillovers und regionale Entwicklung – welche strukturpolitische Ausrichtung optimiert das Wachstum?

Monographien, Juni 2015, 89 Seiten
   
Das vorliegende Teilprojekt präsentiert empirische Ergebnisse zum Zusammenhang von Wissens-Spillovers und regionalem Wachstum in Österreich. Auf Basis von kleinräumigen Wachstumsanalysen für die österreichischen Arbeitsmarktbezirke werden erstmals Erkenntnisse dazu vorgelegt, ob eine spezialisierte oder eine diversifizierte Branchenstruktur das Beschäftigungswachstum stärker unterstützt – eine Forschungsfrage, die für eine evidenzbasierte Weiterentwicklung der Strukturpolitik in Österreich von großer Bedeutung ist. Die Ergebnisse sprechen für die Vorteile einer Politik, welche grundsätzlich auf Branchenvielfalt bzw. die weitere Diversifikation der Branchenstruktur in neue Bereiche setzt, innerhalb dieser breiten sektoralen Aufstellung aber vertikale Schwerpunkte verfolgt und damit bewusst Prioritäten setzt. Sinnvoll wäre eine solche Fokussierung vor allem thematisch (also branchenübergreifend) und nicht sektoral. Erfolge in der Diversifikation dürften vor allem dann zu erwarten sein, wenn neue Aktivitäten in technologischer bzw. kognitiver Nähe zu bestehenden Stärken entstehen.
 
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Auftraggeber: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, Abteilung Wirtschaftswissenschaft – Magistrat der Stadt Wien, MA 23 – Wirtschaft, Arbeit und Statistik
Online seit: 10.08.2015 0:00
Forschungsbereich:Strukturwandel und Regionalentwicklung
Sprache:Deutsch

Knowledge Intensive Business Services, Knowledge Spillovers and Regional Growth. Sub-project 1: Knowledge Spillovers and Regional Development – Which Economic Structure Optimises Growth?

The present report is part of a larger project on knowledge spillovers, knowledge intensive business services and regional growth in Austria. Based on regionally disaggregated data on Austrian Labour Market Districts, our paper provides evidence on a research question which is highly relevant for structural policy in Austria and beyond: is specialisation or diversity in the economic structure the main driver of employment growth? Our results militate in favour of a policy that fosters diversity and a further diversification of the regional economic base. However, within this broad sectoral setting clear vertical priorities seem to enhance growth. Thus, horizontal policy measures should be complemented by targeted interventions. Their focus should be thematic (i.e., inter-sectoral) and not sector-specific. In addition, our empirical evidence indicates that successful diversification is most likely if new economic activities arise in limited technological and cognitive distance to existing strengths.

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Matthias Firgo, Peter Mayerhofer, Wissensintensive Unternehmensdienste als Motor des Produktivitätswachstums? Eine theoretische und empirische Bestandsaufnahme

Ausgangspunkt dieses Artikels ist die in der Literatur weit verbreitete Hypothese, wonach der Strukturwandel zu Dienstleistungen wegen vermeintlich geringerer Möglichkeiten zu Effizienzsteigerungen im Tertiärbereich mit negativen Effekten auf die gesamtwirtschaftliche Produktivitäts- und Wachstumsentwicklung verbunden sei. Nach unseren Ergebnissen kann diese Hypothese zumindest für die NUTS-2-Regionen Österreichs bzw. der EU 27 und die untersuchte Zeitperiode (1991/2012) verworfen werden: einerseits weil die Tertiärisierung in den letzten Jahrzehnten vorrangig durch das Wachstum wissensintensiver Unternehmensdienstleistungen (knowledge intensive business services, KIBS) getrieben war und diese Dienste in weiten Teilen selbst hoch produktiv sind, vor allem aber zeigt unsere Evidenz eindeutig positive (direkte und indirekte) Gesamteffekte auf die regionale Produktivität, welche von KIBS wegen ihrer besonderen Rolle in Wissens-Spillovers auf die Effizienzentwicklung in anderen Wirtschaftsbereichen ausgehen. Damit sprechen unsere Ergebnisse für eine Wirtschaftspolitik, welche den fortschreitenden Wandel zum Dienstleistungsbereich als Bestandteil moderner Wirtschaftsentwicklung begreift und das Potential von KIBS als Treiber von Wissens-Spillovers und Produktivitätsdynamik verstärkt nutzt. Der Artikel schließt daher mit Überlegungen zu sinnvollen förderpolitischen Ansatzpunkten zur Entwicklung wissensintensiver Unternehmensdienste bei knappen finanziellen Ressourcen.
 

Matthias Firgo, Peter Mayerhofer, Wissensintensive Unternehmensdienste, Wissens-Spillovers und regionales Wachstum. Teilprojekt 3: Zur Standortstruktur von wissensintensiven Unternehmensdiensten – Fakten, Bestimmungsgründe, regionalpolitische Herausforderungen

Monographien, September 2016, 136 Seiten
Im vorliegenden Teilprojekt wird empirische Evidenz zur räumlichen Verteilung wissensintensiver Unternehmensdienste (KIBS) in Österreich und ihren Bestimmungsgründen präsentiert. Ausgangspunkt sind die Ergebnisse des Teilprojektes, wonach KIBS über ihre Rolle in Innovationsprozessen auch in Österreich erheblich zum regionalen Wachstum beitragen. Gleichzeitig liegt internationale Evidenz für ein sehr ungleichgewichtiges Standortmuster solcher Dienste vor, ihr Bedeutungsgewinn könnte regionale Unterschiede also weiter verschärfen. Wie kleinräumige Daten für die österreichischen Gemeinden und Arbeitsmarktbezirke zeigen, sind KIBS in Österreich tatsächlich durch eine sehr steile Standorthierarchie gekennzeichnet, mit deutlicher Konzentration der Anbieter in wenigen (oft stark spezialisierten) Regionen und einem mäßigen Besatz in der Mehrheit der heimischen Gemeinden. Grundtendenz sind ein erheblicher KIBS-Besatz in verdichteten Räumen (vor allem den Großstädten und der Metropole Wien) und ein nur dünnes Angebot in ländlich-peripheren Regionen. Ökonometrische Analysen zu den Bestimmungsgründen dieses Standortmusters zeigen eine dichte regionale Intermediärnachfrage und damit eine KIBS-affine Wirtschaftsstruktur, den Zugang zu übergeordneten Netzwerkinfrastrukturen, strukturelle Diversität und übergeordnete Verdichtungsvorteile als entscheidende Parameter. Vor allem komplexere KIBS sind also auf ein Bündel von Standortattributen angewiesen, welche vor allem in urbanen Räumen zu finden sind und zudem von Agglomerationsvorteilen profitieren. Eine ausgleichende Regionalpolitik mit dem Ziel einer Reallokation von KIBS-Angeboten in unterversorgten Regionen dürfte unter diesen Bedingungen wenig effizient und gesamtwirtschaftlich suboptimal sein. Prioritär scheinen vielmehr die Sicherung und der Ausbau kritischer Massen an KIBS in den Zentralräumen (insbesondere Wien) sowie eine bessere Verknüpfung der Unternehmen in der Peripherie mit (auch) überregionalen KIBS-Angeboten.
 
Auftraggeber: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien – Magistrat der Stadt Wien
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung

Peter Mayerhofer, Matthias Firgo, Wissensintensive Unternehmensdienste, Wissens-Spillovers und regionales Wachstum. Teilprojekt 2: Strukturwandel und regionales Wachstum – Wissensintensive Unternehmensdienste als "Wachstumsmotor"?

Monographien, Oktober 2015, 141 Seiten
Das vorliegende Teilprojekt erarbeitet empirische Evidenz zum Zusammenhang zwischen Tertiärisierung und (regionalem) Wachstum in Österreich und den Regionen der EU 27. Ausgangspunkt ist die in einem Teil der Literatur vertretene Hypothese, der Strukturwandel zu Dienstleistungen sei wegen geringerer Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung im Tertiärbereich notwendig mit negativen Effekten auf die gesamtwirtschaftliche Produktivitätsentwicklung und daher das Wachstum verbunden. Diese These zumindest für die hier untersuchten Gebietseinheiten (Österreich und EU-Mitgliedsländer, österreichische bzw. europäische NUTS-2-Regionen und Regionstypen) und Zeitperioden (vor allem 1991/2012) verworfen werden, weil die Tertiärisierung in den letzten Jahrzehnten vorrangig durch das Wachstum wissensintensiver Unternehmensdienstleistungen getrieben war – ein Bereich, welcher in weiten Teilen selbst hoch produktiv ist, sodass eine Charakterisierung der Tertiärisierung als Reallokation von Ressourcen von hoch produktiven (industriellen) zu geringer produktiven Aktivitäten (Dienstleistungen) grundlegend fehlgeht. Vor allem aber spricht die Evidenz eindeutig für positive (indirekte) Effekte, welche von den wissensintensiven Unternehmensdienstleistungen wegen ihrer besonderen Rolle in Wissens-Spillovers auf die Effizienzentwicklung in anderen Wirtschaftsbereichen ausgehen. In ökonometrischer Analyse für die europäische Regionsebene zeigt sich damit ein signifikant und robust positiver Zusammenhang zwischen dem Strukturwandel zu wissensintensiven Unternehmensdienstleistungen und der Produktivitätsentwicklung – ein Ergebnis, das in ähnlicher Form für die Tertiärisierung insgesamt reproduziert werden kann. Damit sprechen die Ergebnisse für eine Wirtschaftspolitik, welche den fortschreitenden Wandel zum Dienstleistungsbereich als Bestandteil moderner Wirtschaftsentwicklung begreift und strategisch begleitet und das Potential von wissensintensiven Unternehmensdienstleistungen als Treiber von Wissens-Spillovers und Produktivitätsdynamik verstärkt nutzt. Überlegungen zu sinnvollen förderpolitischen Ansatzpunkten zur Entwicklung wissensintensiver Unternehmensdienste bei knappen finanziellen Ressourcen schließen das Teilprojekt ab.
 
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Auftraggeber: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien – Magistrat der Stadt Wien
Online seit: 30.10.2015 0:00

Peter Mayerhofer (Projektleitung), Wissensintensive Unternehmensdienste, Wissens-Spillovers und regionales Wachstum. Empirische Evidenz für Österreich und die europäischen Metropolregionen

Abgeschlossene Forschungsprojekte
Die Studie untersucht den Einfluss inter- bzw. intrasektoraler Wissens-Spillovers auf das Wachstum in Österreichs Regionen, analysiert den Beitrag wissensintensiver Dienstleistungen zu diesen Wissens-Spillovers (und damit zum regionalen Wachstum) und identifiziert kritische Standortvoraussetzungen, welche einen relevanten Besatz mit wissensintensiven Dienstleistungen auf regionaler Ebene fördern oder behindern. Empirische Ergebnisse zu diesen Fragen werden auf Basis von kleinräumigen Daten für Österreich sowie die EU 27 erarbeitet. Zu erwarten sind wirtschaftspolitische Erkenntnisse in den Bereichen Strukturpolitik (Spezialisierung, Diversität oder "related variety" als wachstumsoptimale Wirtschaftstruktur?), Wachstumspolitik (wissensintensive Dienstleistungen als "Wachstumstreiber"?) und Standortpolitik (Möglicheiten zur Stärkung wissensintensiver Dienste in Städten und ländlichen Regionen).
 
Auftraggeber: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien – Magistrat der Stadt Wien
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Abgeschlossen: 2016
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